joomla templates top joomla templates template joomla

Mit Videospielen gegen Demenz kämpfen

Luise (97) steuert das Motorrad, es ist über 70 Jahre ist her, als sie das letzte Mal auf einem Motorrad saß. Auf der Autobahn wird gerade überall umgebaut: sie muss ständig ausweichen. Ein solches Manöver bringt sie plötzlich von der Spur ab und die Leitplanke kommt gefährlich nah. Im letzten Moment kann sie den Lenker herumziehen. Unbeirrt fährt die 97-Jährige weiter – denn ihr kann nichts passieren. Luise  fährt nicht auf einer Straße, sondern steuert einen Motorradfahrer in einem Videospiel. Dazu sitzt sie vor einem großen Flachbildschirm, lehnt ihren Köper nach rechts und nach links. Das geht auch vom Rollstuhl aus. Nicht zu ruckartig, sonst kommt der junge Mann auf dem Zweirad ins Schlingern. Die Bewegungen filmt eine kleine Kamera in einer schwarzen Box vor ihr und überträgt sie auf den Avatar am Bildschirm. Das Motorradspiel ist eines von vier Spielen der sogenannten Memore-Box: eine Videospielkonsole, die das Hamburger Start-up Retro-Brain speziell für Senior/innen und die Therapie von Demenz entwickelt hat. Es ist bewiesen, dass Menschen, die sich viel bewegen weniger von Demenz betroffen sind – deshalb verbindet Memore Bewegungen mit geistigen Herausforderungen.

Für Schlaganfall- und Parkinsonpatienten wird sehr viel gemacht, aber bei Demenz streikt die Pflege häufig. 1,6 Millionen Deutsche leiden unter Demenz. Nach und nach sterben bei der Krankheit immer mehr Verbindungen im Gehirn ab. Es wird somit immer schwieriger, sich Dinge zu merken. Durch Demenz steigt auch die Gefahr zu stürzen, weil das Gehirn es nicht mehr fehlerfrei schafft, Bewegungen zu koordinieren. Ein großes Risiko für alte Menschen, da in höherem Alter auch Knochenbrüche viel schlechter verheilen als in jungen Jahren. Daher kam die Motivation mit einem Spiel gegen Demenz zu kämpfen. Durch das aktive Spielen kämen wieder Ressourcen zum Vorschein, die man bei den alten Leuten anders gar nicht mehr entdecken würde.  Das Wissen, dass sich durch Aktivität sogar wieder neue Synapsen bilden können, sei in der Forschung relativ neu. Neben Bewegung und kognitiven Herausforderungen sei soziale Interaktion ebenfalls ein wirksames Mittel, um das Gehirn alter Menschen fit zu halten. Als junger Mensch selbstverständlich – ist Zuhören, Verstehen und richtig Reagieren für das alternde Gehirn eine echte Herausforderung.

Quelle und Infos:

http://www.retrobrain.de/

http://ze.tt/wie-ein-hamburger-start-up-mit-videospielen-gegen-demenz-kaempft/