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Politik beschließt neue Reform für Pflegeberufe

Ursprünglich war von der Bundesregierung vorgesehen, dass es ein durchgängig generalistisches Ausbildungskonzept gebe soll, das die drei Berufszweige Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege vereint. Experten bemängelten jedoch, damit würde das Spezialwissen der jeweiligen Berufe künftig nicht mehr ausreichend vermittelt werden. Jetzt aber kam Entscheidung zustande. Die Politik sieht eine mindestens zweijährige generalistische Ausbildung vor, sowie eine mögliche einjährige ,,Vertiefung" in den Bereichen der Gesundheits,- Kinderkranken- und Altenpflege. In Zukunft sind somit weiterhin differenzierte Abschlüsse möglich.

 

Mit der neuen Ausbildungsreform sollen die Pflegeberuf an die neuen Anforderungen angepasst werden. Die Sicherung einer qualitativen Pflegeversorgung sei eine der gesellschaftspolitisch wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre, hieß es in dem von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf. Die sich wandelnden Versorgungsstrukturen der Berufe erforderten eine übergreifende pflegerische Qualifikation. Mit Blick auf den bestehenden Fachkräftemangel sei ferner die nachhaltige Sicherung der Fachkräftebasis eine wichtige Aufgabe für unser Land. Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege sollen die Einsatzfelder von Pflegern durch Wechselmöglichkeiten vergrößert werden.

Nach Angaben der Bundesregierung entsteht mit der neuen Reform der größte Ausbildungsberuf in Deutschland mit mehr als 133.000 Auszubildenden jährlich. Die Generalistik wird als besonders wichtig erachtet, weil in den Krankenhäusern der Anteil älterer, demenziell erkrankter Patienten stetig steigt und in den Pflegeheimen der medizinische Behandlungsbedarf der Bewohner enorm zunimmt. Auch in der ambulanten Pflege wird auf qualifizierte und flexibel einsetzbare Pflegekräfte gesetzt. Die generalistische Pflegeausbildung soll den Einsatz in allen Arbeitsfeldern ermöglichen, einen Wechsel zwischen Pflegebereichen erleichtern und den Pflegekräften wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeiten und zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre, in Teilzeit maximal fünf Jahre und ist für die Auszubildenden kostenlos. Bislang wird in manchen Ländern noch Schulgeld erhoben. Dies soll sich aber ändern. Die Ausbildung wird außerdem ,,angemessen" vergütet. Voraussetzung für eine Pflegeausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Neu eingeführt werden soll eine Pflegeausbildung an Hochschulen. Das Studium soll dort drei Jahre und  dauern und darüber hinaus ein vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft vermitteln. Zudem müsse darauf hingewirkt werden, die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte deutlich zu verbessern, etwa durch gesundheitsfördernde und altersgerechte Arbeitsplätze sowie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Zahlung tarifvertraglich vereinbarter Gehälter müsse erleichtert werden. Vertreter der Pflegeberufe sollten zudem Mitspracherechte in den Gremien der Kranken- und Pflegeversicherung bekommen.


Quelle: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw25-de-pflegeberufe/509760